Jungscharzeltlager auf dem Kraftstein 2017

(Gränzbote, 01. August 2017 von Simon Schneider)

139 Kinder und Jugendliche erlebten ein zehntägiges Zeltlager auf Kraftstein, das die Verantwortlichen mit einer Geschichte zum „Wilden Westen“ verpackt haben.

Es ist längst zur Tradition geworden, dass die evangelischen Jugendwerke Tuttlingen und Möhringen zu Beginn der Sommerferien zum Jungscharzeltlager an das Landheim auf Kraftstein bei Mahlstetten einladen. „Als im Januar das Angebot veröffentlicht wurde, dauerte es keine zwei Wochen, bis das Zeltlager ausgebucht war“, sagte Daniel Häßler, einer der Hauptleiter beim Zeltlager. Insgesamt gibt es 40 geschulte ehrenamtliche Helfer und Betreuer.

Im April bereiteten die Helfer aufwendig den Wilden Westen vor, überlegten sich ein Programm, dass sich wie eine Grundgeschichte durch die zehn Tage hindurchzieht und abspielt. „Wir versuchen, die Geschichte und das Programm in Einklang zu bringen“, erklärt Hauptleiter Jochen Teufel. Zum Thema bauten sie passende und unterschiedliche Kulissen, die an mehreren Standorten rund um das Landheim stehen und ein fiktives Dorf formen. Hinzu kommt ein Trampolin, Swimmingpool und ein Soccer Cage.

Glocke regelt den Lageralltag

Die Schüler im Alter von neun bis zwölf Jahre tauchen damit in die Welt des Wilden Westens ein – und das ganz ohne Smartphones und sonstigen elektronischen Geräten. Los ging es am Donnerstag an der Nendinger Kapelle. Von dort marschierten die Kinder mit den Betreuern auf den Bräunisberg zum Landheim Kraftstein.

Der alte Bürgermeister hatte eine Schatzkarte bei sich gehabt und der frisch gewählte Jack versprach, den Schatz mit Hilfe der Kinder zu finden. Allerdings müssen sie im Verlaufe der Tage zunächst alle Einzelteile der Schatzkarte finden. Eine Schatzsuche, verbunden mit einem Schmugglerspiel, Entdeckungsreisen, einem Grusellauf, Lagerfeuer und weiteren aufregenden Aktionen ergeben während des Zeltlagers das Flair des Wilden Westens.

Den Mittelpunkt symbolisiert eine Glocke, die mehrmals am Tag zum Einsatz kommt, beispielsweise wenn der Bürgermeister – die Wahl fiel auf Jack – eine Ansprache hält. Auch zum gemeinsamen Essen wird die Glocke geläutet. „Wir achten bei den Kindern auf eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung, die von einem regionalen Anbieter kommt“, betont Häßler. Für das Essen sind Ingrid Teufel und Katrin Kreidler mit einem wechselnden Team im Einsatz. Sie bereiten in einem Küchenzelt das Essen für die knapp 140 Kinder und 40 Helfer zu. Ausgeteilt und gegessen wird in einem großen Essenszelt.

Die Teilnehmer sind während des Jungscharzeltlagers in Berufsgruppen aufgeteilt. Dabei sind unter anderem Händler, Wirte, Erfinder, Telegrafisten und Postkutscher. In den Zeltgruppen sind die Kinder nach Alter und Geschlecht getrennt. Insgesamt zwölf Zelte schlug das evangelische Jugendwerk auf.

Nach einem Tagesimpuls am frühen Morgen für die Mitarbeiter ziehen diese von Zelt zu Zelt und wecken die Kinder mit Liedern auf. Nach einem gemeinsamen Frühstück stehen verschiedene Programmpunkte bevor, ehe ein Mittagessen folgt – auch eine Mittagsruhe wird eingehalten. „Dabei bleiben die Teilnehmer im Zelt und verhalten sich möglichst ruhig. So findet jeder Zeit für sich“, so Teufel. Gut erholt, gibt es weitere actionreiche Erlebnisse und ein gemeinsames Abendessen.

Jedes Kind muss beim Spüldienst mit anpacken. Nach dem Abendprogramm bilden alle einen Abschlusskreis und singen ein Segenslied, ehe sich alle wieder in ihre Zelte zurückziehen, wo noch die eine oder andere Gruselgeschichte erzählt wird und es danach im „Wilden Westen“ auf Kraftstein ganz still und leise wird.

„Mit Heimweh haben einige Kinder zu Beginn schon zu kämpfen. Meistens sind es Kinder, die zum Teil noch nie auswärts und alleine übernachtet haben“, erklärt Hauptleiter Gustav Mattheis.

„Durch unser actionreiches Programm können wir sie aber ganz gut mitreißen“, erklärt er. Dass die Kinder ohne elektronische Geräte auskommen müssen, sei kein großes Thema auf Kraftstein und diese vermisse auch niemand.

Am Ende des Lagers heißt es für die 139 Kinder Abschied nehmen, um wieder in die Zivilisation und damit in die Heimat zurückzukehren – die Abschiedstränen sind bei so manchem Teilnehmer und Helfer garantiert.

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